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Mittwoch, 6. November 2013

Männerhandel

Wenn ich an das Thema „Frauenhandel“ denke, könnte ich toben vor aufrichtigem Zorn. Ich fordere Sie auf, es mir nachzutun: Das muss aufhören! Da aber Aggression ein schlechter Motor für das Kolumnenschreiben ist, möchte ich ein paarmal durchschnaufen und dann etwas anstellen, was auch nicht ganz in Ordnung ist: eine satirische Umdrehung der Geschlechterverhältnisse. In diesem Sinne lade ich Sie innig ein, mit mir über die Förderung des Männerhandels nachzudenken. Wir wollen eine gewaltfreie Lösung finden, mit der alle glücklich sind.
Viele Männer können Dinge gut, für die sich Frauen einfach mehr anstrengen müssen (ob das an der Natur oder an der Erziehung liegt, sollen bitte andere entscheiden, ich habe hier nicht mehr so viel Platz). Zum Beispiel: Alkohol vertragen, Vollbärte pflegen, sehr schwere Dinge in Wohnungen tragen, Regale andübeln, kumpelhaft-tröstend auf Schultern hauen und „Wird schon!“ brummen. Dazu kommt, dass weitaus mehr als die Hälfte aller Damen einen Herrn beim Beweis von körperlicher Zuneigung bevorzugen. Gerade bei der Zeugung von jungen Menschlein erweisen sie sich als unschlagbar zweckmäßig.
Warum also nicht ordentliche Institutionen einrichten, in denen sich alle diese Bedürfnisse vermarkten lassen? Da kann es etwa eine Fernsehwohnlandschaft im Angebot geben, in der ein gepflegter Herr seine Dienste als Heulschulter und Fußwärmer anbietet. Männer, die sich ohne Murren „Titanic“ oder „Sissi“ anschauen können, sollen aus dieser Fähigkeit ruhig Kapital schlagen. Dübelservice, Biertrink-Escort, Brutpflege – das ist doch in unserer marktkonformen Demokratie alles denkbar, oder? Meinetwegen könnte auch das Schreiben von Kolumnen übernommen werden – aber das ist keine Satire mehr, sondern Utopie.

Samstag, 4. Juli 2009

Die blauen Eier des Trauerschnäppers: Was Menschen mit Vögeln verbindet

Wird der Mensch sich selbst zum Rätsel, spechtle er die Tierwelt aus. Besondere Einsichten gewinnt, wer sich Vögeln widmet. Hier bietet sich der Trauerschnäpper (Ficedula hypoleuca) aus der Familie der Schmätzer an. Der gefiederte Freund hat nämlich ein Faible für blaue Eier.

Sie in der Farbe zu legen, ist für Mutti Schnäpper auf den ersten Blick eine kraftraubende, evolutionär sinnlose Verschwendung. Der Trauerschnappvater jedoch weiß die Plage zu würdigen und hilft bei der Brutpflege, je blauer desto eifriger. Der Vögelkundler schließt: Der männliche Eispender erachtet das Signal der Vogelmutter (sinngemäß: „Hilf mir mit den Kindern, du Ei!“) als vertrauenswürdig, weil sie sich für die Bläue der gemeinsamen Brut einiges angetan hat. Vergeudung ist also sinnvoll.
Diese Handicap-Theorie ist das Gegenteil zur Sackgassentheorie, nach der etwa törichte Pfauenfrauen ihre Spezies in eine evolutionäre Sackgasse getrieben haben sollen, indem sie es nur mit Artgenossen mit großen Schwanzfedern getrieben hätten. Richtig aber ist: Blaue bzw. große Dinge – großes Vertrauen. Und Vertrauen ist das Mistbeet der Liebe.

An dieser Stelle reichen einander Ornithologen und Psychologen jauchzend die Hände.

Die blauen Eier sind dem Menschen blondes Haar. Es tritt in der Regel mit mangelnder Hautpigmentierung auf. Legen sich männliche oder weibliche Blondinen in den Zeiten der Klimaerwärmung trotzdem auf den Freibadgrill, signalisieren sie mit ihrer verschmorten Haut potenziellen Ei- oder Samenspendern, dass sie an die große Liebe glauben. Der Erfolg gibt den blonden Bestsellern auf dem Markt der Geschlechter Recht.

Dienstag, 20. Januar 2009

Sex und Chemie

Wenn nicht mehr direkt, dann halt indirekt auf der Satireseite: Die Frauenkontrollgruppe eures Vertrauens empfiehlt die Lektüre dieses Artikels. Bestens geeignet zur Exkulpation sexueller Verfehlungen ergo hochamoralisch: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/satire/art14067,95505

Montag, 12. Januar 2009

Erotik im Alltag

Hier ein kleiner Sidekick zum Ex-Satirekollegen Button, der unser aller Beziehungsleben rettet, indem er von himmelblauen, langen Feinrippunterflaks abrät: http://www.nachrichten.at/nachrichten/meinung/satire/art14067,92219
Dem Schlussplädoyer widerspreche ich: Es kommt aufs Gebein und das Auge der Betrachterin an.

Freitag, 28. November 2008

Owa mid da Wäsch'! Vom Buckeln und Flüchten

Sag mir, wie du dich ausziehst, und ich sag’ dir, ob es sich auszahlt.

Es geschehen Zeichen und Wunder – Satireonkel Button spricht mit den Frauen und streift en passant eines der letzten großen Mysterien zwischen den Erz-Antagonisten Mann und Frau. Er hat erforscht, warum sich ihre Choreographie der Textilentledigung so grundlegend unterscheidet. Wir erinnern uns: Frau kreuzt die Arme bäuchlings und lüpft, Mann fasst die Wäsche rücklings und rupft. Sie macht’s aufrecht, er buckelnd.

Nicht geschmeckt haben dürfte dem Freizeit-Geschlechterforscher die historische Herleitung der ästhetisch minderwertigen Männerversion. Zumal das Ausdempulloverwürgen der gebeugten Duldungsstarre vor Mächtigen entstammt.

Zufällig liegt mir rezente Forschungsliteratur[1] vor. Die männliche Demutshaltung dient in der Tat der Unterwerfung und gleichzeitig dem Schutz des Gemächts. Das Kittelvolk hingegen bleibt ungebeugt und senkt seinen Blick nicht. Denn so kann es sein Gegenüber – ein möglicher Feind, frau weiß ja nie – länger im Auge behalten und gegebenenfalls schnell enteilen. Deswegen knickst die Frau bei Hofe auch. Die kaprizierte Herrschaft kann jederzeit handanlegend maßregeln.

In postmodernen Zeiten können wir Frauen dadurch schneller erkennen, ob das Ausziehen unserer Oberbekleidung beim Gegenüber – ein möglicher Kindsvater, frau weiß ja nie – einen Fluchtimpuls auslöst.

Rückschlüsse, ob ein Mann, der sich seiner Wäsche nach Frauenart entledigt, schwul, unbeugsam oder mit wenig Schützenswertem ausgestattet sei, sind mangels wissenschaftlicher Überprüfung einstweilen noch unzulässig.


Forschungsberichte an: meindldominika@yahoo.de
Kolumne ist auch hier nachzulesen.
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[1] Lamour, Uschi: „Wieso ist das so?“ In: Glamour, das Handtaschenrezensionmagazin. Hamburg: Nov. 2008

Samstag, 18. Oktober 2008

Das Unheil der Romantik

Ein Pamphlet gegen übersteigerte Sexualerwartungen

Neulich kam es zu Koalitionsverhandlungen in meinem zum Wirten outgesourcten Wohnzimmer:

„Warum ist das mit uns nichts worden?“
„Weilst völlig unromantisch bist.“
„I bin ned unromantisch! Bist deppert!?“

Nach einem kurzen Schnapp nach Luft brach ein homerisches Gelächter aus beider Kehlen hervor. Zwar blieb ich an jenem Abend in Opposition. Seither aber fühle ich das Sterben meiner Sucht nach Romantik.

Ich bitte von Blumenspenden abzusehen. Gute Gründe gibt es nämlich, das Ende der allgemein-amourösen Verklärung zu begrüßen. Nicht weil Biedermeier oder Realismus so viel besser wären. Ein bisschen schade, aber wahr: Bestürmte und drängte heute einer die Dame seines Herzens so wie einst Werther, würde sie ihn wegen Stalkings anzeigen.

Ich spreche vom Segen gesenkter Liebeserwartungen. Wir sind alle Opfer der Romantik-Pest, mit der uns der als Traumfabrik getarnte amerikanische Kulturimperialismus infiziert hat. Genormte Vorschriftskörper wandeln durch die Schmonzetten, sind ein wenig einsam, leiden ein wenig, dann wird geküsst, Musik erklingt und vor dem ersten Zwist über das Stehpinkeln ist der kitschige Spuk schon wieder vorüber.

Gerade junge Menschen mit weiblichen Geschlechtsteilen sind leichte Beute des Kitsches. Mit fatalen Folgen für die Geburtenraten. Sie verweigern die Reproduktion, weil im echten Leben dabei keine Musik erklingt und dem anderen der Bierbauch über den Gürtel wallt. Deswegen kann es nur heißen: Entweder stirbt die Romantik oder wir!

Liebesmails, die mich vom Gegenteil überzeugen mögen, an:
meindldominika@yahoo.de

Samstag, 31. Mai 2008

Wie die Wissenschaft die Liebe verwurstet

Die Wissenschaft ist eine der pfiffigsten Erfindungen der Menschheit. Da steckt Musik drin. Neuester Heuler: die Entschlüsselung der Frau! Pfau. Erstmals wurde ihr Erbgut entziffert!

Der Erkenntnisgewinn gleicht zwar momentan noch der Lektüre eines Tellers Buchstabensuppe. Forscher können uns aber sicher bald erklären, warum wir Frauen immer nur in Rudeln wischerln gehen, warum wir lieber doofe Handtaschen statt Rucksäcke tragen und weinen, wenn sich Brad Pitt den Magen verstimmt hat.

Die Lösung und vielleicht sogar Beseitigung dieser ungünstigen weiblichen Erbgutstücke wird die Welt bewohnenswerter machen.

Und dennoch furcht Besorgnis meine Stirn. Predigte mir doch jüngst ein Älterer: „Mit dem letzten Geheimnis verschwindet auch die Liebe!“ Daraus folgt die steile Hypothese: Sobald Männer wissen, warum wir uns am Lokus einsam fühlen, warum wir unseren Kramuri in albernen Beuteln tragen und eine leicht einseitige Beziehung mit Brad Pitt führen, mögen sie uns vielleicht gar nicht mehr. Sehr schade wäre das! Wahrscheinlich käme es zu einer Bevölkerungsimplosion und allerlei Wirtschaftskrisen.

„Das Herz einer Frau, der Magen einer Sau, der Inhalt einer Wurscht bleibt auf ewig unerfurscht“ – wenn der Einstieg dieser rustikal-wissenschaftlichen Sentenz nun widerlegt ist: Was bleibt denn dann noch ein Geheimnis? Also liebenswert? Blunzen und Saumägen? I hope not, wie der Franzos’ zu sagen pflegt.

Samstag, 9. Februar 2008

Berühmte letztklassige Worte

Sprache schafft und verdient Gewalt

Ein unschönes Pendant zu ersten letzten Worten („Hallihallo, ich bin der Prinz von Linz“, wir erinnern uns) sind letztklassige letzte Worte. Wer noch nie mit einem „Lass uns Freunde bleiben!“ wieder auf den freien Liebesmarkt hinauskomplimentiert wurde, mag sich als menschliches Kuriosum in ein Museum stellen.
Der verlogene Freundschaftsantrag ist ja ein verbaler Kinderfasching. Die Richterskala der bei Liebesentlassungen gesagten Unsäglichkeiten ist nach oben hin offen. „Es ist besser für uns beide.“ „Wir brauchen eine Pause.“ „Es liegt nicht an dir.“ Alt, abgedroschen, aggressionsfördernd.
Schrecklicher, aber unterhaltsamer die Ergebnisse einer kleinen Umfrage: „Du hast einen besseren als mich verdient.“ „Es war uns doch von Anfang an klar, dass es nicht lange halten wird.“ „Ich will dir nicht zu wichtig werden.“
Oft verstärkt der Kontext das Minidrama: „Wir werden in drei Monaten nicht mehr zusammensein und auch nicht in drei Wochen“, schoss einst einer die Seine in den Wind – im Beisein zahlreicher Haberer. Erfrischend empörend die Erzählung, als sich einer beim letzten Mitarbeitergespräch einen Krautstrudel bestellte und mit vollem Mund „Meine letzte Trennung war so traumatisch!“ mampfte.
Wer dieserart den Weisel bekommt, muss keine Domin(ik)a sein, um mit handgreiflichen Unmutsäußerungen zu antworten. Solche Reden rütteln am Watschenbaum.
Nun aber sollten wir eine zweiwöchige Pause einlegen. Sie haben bessere Kolumnen verdient, und ich will Ihnen nicht zu wichtig werden.

Samstag, 26. Januar 2008

Worte, die vor die Hose gehen: Kommunikation ist immer noch das beste Verhütungsmittel

So, meine Lieben, heute geht’s zur Sache: Sex.

Oder eben nicht. Denn nichts kann mehr in die Hose gehen als der verbale Versuch, sein Gegenüber zum Öffnen derselben zu motivieren. Ich belästige Sie mit Binsenweisheiten, gewiss. Warum jedoch – zefix noch einmal! – werden immer noch so viele erste Worte ausgesprochen, die sogleich die letzten bleiben? So stirbt unser Land bald aus. Dämliche Reden haben einen Pearl-Index von null: Der Welt ist noch keine einzige darauf erfolgende Befruchtung überliefert.
Soll ich zur Miseren-Illustration die Truhe meines einschlägigen Erfahrungsschatzes lüpfen?

Einst begab ich mich als unbemannte Raumsonde in mein ausgelagertes Wohnzimmer. Dort rief die Natur, ich folgte. Kurz vor Erreichen des stillen Örtchens wurde einer laut, den die Natur offensichtlich anderweitig plagte. Nach kurzem Hallihallo zerstörte er das ohnehin durch die mangelnde Lieblichkeit des Ortes kaum keimende Pflänzchen der Liebe: „He, nimmst du eigentlich Anabolika?“ Ich ließ meinem Fluchtreflex freien Lauf. Jede Frau sollte so handeln. Mehr davon? Eine Bekannte wurde einst mit „Studiast du Pädagogik oder Schönheit?“ angeplaudert. Eine andere mit „I bin da Prinz von Linz und i nimm di heit mit ham!“ Unschön.

Doch Hand aufs Herz statt Faust aufs Aug: Die verbalen Rohrkrepierer brechen im Nachbericht das Eis auf jeder Party. Also immer nur her damit! Damit Sie mir nicht vor dem Lokus auflauern müssen, bemühen Sie bitte das Internet.